Unsere Heimat - der Ort Illenschwang

Unsere Heimat - der Ort Illenschwang

Informationen zur Geschichte unseres Heimatortes.

Illenschwang - heute

Das Dorf Illenschwang mit ca. 330 Einwohnern gehört seit der Gebietsreform 1972 zu Wittelshofen. Nach vielen Diskussionen konnte man sich für Wittelshofen entscheiden, zur Debatte standen Gemeinde Wilburgstetten, Markt Weiltingen oder auch die Stadt Dinkelsbühl.

Nach der Flurbereinigung und Dorfsanierung konnte sich die Ortschaft weiter entwickeln. Die stark landwirtschaftlich geprägte Gegend änderte sich sowie die Zeit und so machte das große „Bauernsterben „ auch in Illenschwang nicht Halt. Derzeit (2009) gibt es in Illenschwang noch 5 Vollerwerbsbetriebe und ca. 10 Landwirte im Nebenerwerb. Es gibt eine Metzgerei sowie einen Frisörsalon, einen Gemüsehandel und auch eine kleine Schmiede. Zwei Gaststätten gehören zum Dorfleben. Die evangelische St. Andreas Kirche ragt mit 36 Meter über die Häuser in die Landschaft. Die Pfarrstelle ist in Illenschwang von Hr. Pfarrer Brödel besetzt, der auch die Gemeindeglieder in Sinbronn betreut.

Die Arbeitnehmer verdienen ihr Geld in nahegelegenen Ortschaften, bei größeren und kleineren Betrieben und Dienstleistern. Sehr positiv hat sich die Ausweisung von Siedlungsgebieten auf die Dorfgemeinschaft ausgewirkt und so konnte die Infrastruktur verbessert werden. So stehen dem bauwilligen Dorfbewohner noch einige Bauplätze zur Verfügung. Im Flächennutzungsplan der Gemeinde Wittelshofen wurden noch weitere Siedlungsgebiete sowie ein Gewerbegebiet ausgewiesen.

Den Dorfbewohner von Illenschwang kann nachgesagt werden, dass sie sehr aktiv sind. So gibt es neben der FFW-Illenschwang, die Krieger- und Reservistenkameradschaft Illenschwang-Welchenholz, auch eine Dorfjugend, die sehr aktiv ist. Zum kulturellen Leben, tragen neben der Blasmusik Illenschwang mit ihren Nachwuchsbläsern auch der Posaunenchor und der Singkreis Illenschwang-Sinbronn bei. Sportliche Aktivitäten betreiben die Gymnastikdamen sowie der Kegelclub. Viele junge Fußballer spielen in den Nachbarvereinen. Erwähnenswert ist auch das Wirken des Gartenbauvereins.

Traditionell wird jedes Jahr ein Starkbierfest und ein Feuerwehrball von der FFW Illenschwang, der Dorfpokal und das Aufstellen des Maibaumes von der Dorfjugend organisiert. Die aktive Dorfgemeinschaft veranstaltet jedes Jahr im August das Dorffest sowie in der Vorweihnachtszeit einen Weihnachtsbasar. Der Gartenbauverein führt jedes Jahr ein Kürbisfest durch.

Die Dorfbewohner fühlen sich in Illenschwang sehr wohl - das beweisen die überdurchschnittlich großen Familien, denn 3 bis 5 Kinder sind keine Seltenheit.

Erwähnenswert ist noch das Kirchweihfest das jedes Jahr zwei Wochen nach Pfingsten gefeiert wird.

Sollten Sie Interesse haben an der Vielfalt unserer Feste teilzunehmen, würden wir uns freuen Sie bei uns in Illenschwang begrüßen zu dürfen.

Günther Harich (Ortssprecher)

 

Die Frühgeschichte

Über die Entstehung des Ortes liegen keine ursprüngliche Quellen mehr vor.

In einer Pfarrbeschreibung von Pfarrer Winter aus dem Jahre 1914 ist vermerkt: „Schon Pfarrer Pfister schreibt an das Dekanat Feuchtwangen aus Anlass einer Umfrage bei allen Pfarreien des Kapitels über „ortum fundationis et reformationis“ das ich keine alte dokumenta noch monumenta über die Pfarrei Illenschwang bei antritt meines Pfarrreviers anno 1623 habe erfahren mögen außer wenig Briefen die Heiligen-Wiesen betreffend wann und wie sie verkauft worden welche ich in meiner Verrechnung habe ...“

Somit waren schon zu Beginn des 30-jährigen Krieges keine ursprüngliche Dokumente mehr vorhanden. Diese sind folglich nicht im Jahre 1648 vernichtet worden, als das Pfarrhaus völlig niederbrannte. Dies wird unterstrichen in der Pfarrbeschreibung von Pfarrer Meinel aus dem Jahre1833. Diese beginnt mit den Sätzen: „Über die Entstehung des Pfarrortes und des dazugehörigen Weilers Welchenholz kann nichts angegeben werden, da sich Nachrichten darüber weder in der Pfarrregistratur noch bei der Gemeinde vorfinden. Was den Namen des Ortes selbst betrifft, so hält man es der Sache gemäß hierbei zu verweisen, dass das Pfarrdorf in Urkunden mittleren Zeiten, ausgewiesen ist als Ullingeswang auch Ulligswank. Von dem in den Jahren 1618-1623 dahier gewesenen Pfarrer Ley ist von Üllesschwang die Rede und späterhin erst wieder der Ort Illenschwang genannt“.

Im 30-jährigen Krieg starb die Bevölkerung des Ortes fast ganz aus. Vor dem Krieg wurden 300 Abendmahlgäste verzeichnet, 1642 waren es nur noch 85.

Aus Pfarrer Christoph Linders (Amtszeit 1635-1648) Aufzeichnungen lässt sich folgendes zusammenfassen:
Pfarrer und Gemeinde missten des öfteren aus dem Ort fliehen, das abhalten von Gottesdiensten und Abendmahlsfeiern wurde von Soldaten zeitweise verboten. Schon 1646 war das Pfarrhaus so verwüstet, das der Pfarrer nicht mehr darin Wohnen konnte.

Nach Angaben des früheren Lehrers Weiß, haben Französische Soldaten im letzten Jahr des Krieges den ganzen Ort niedergebrannt. Das bedeutet, dass im März 1648 in Illenschwang 25 Häuser, die Kirche und das Pfarrhaus niedergebrannt wurden.

Später ist der Ort von Überlebenden an der jetzigen Stelle wieder aufgebaut worden. Ein Zeichen für die Treue und Anhänglichkeit der Überlebenden zu Ihrer Heimaterde. Den Wiederaufbau der Kirche besorgte der welsche Baumeister Antonio Don a Santa Grana, der auch das Segringer Tor in Dinkelsbühl um die gleiche Zeit bearbeitete. Am 29 Juni 1854 wurde die neuerbaute Kirche ihrer Bestimmung übergeben. Der später Weltbekannte Pfarrer Clöter begann 1861 hier seine Tätigkeit. Er löste mit seinen Predigten mehrere Auswanderungswellen am Ort und in weiteren Hesselberggemeinden aus.

Illenschwang bildete seit etwa 180 Jahren zusammen mit Villersbronn und Welchenholz eine politische Einheit. Im Zuge der Gebietsreform, dem sogenannten Jahrhundertwerk des Bayrischen Innenministeriums, wurde diese Einheit freiwillig aufgelöst. Illenschwang wurde mit Wirkung vom 01.07.1972 der Gemeinde Wittelshofen eingegliedert und der Verwaltungsgemeinschaft Ehingen angeschlossen.

„Die Volksart des Illenschwanger ist die fränkische mit einem leichten Einschlag schwäbisch in der Sprache. Der Illenschwanger ist der Typus des Hesselbergbauern, stolz auf seinen Besitz, sich abschließend selbst gegen seines gleichen, schwerfällig im Denken, misstrauisch gegen andere, auch gegen seinen Pfarrer, indem er den Staatsbeamten sieht und dessen Annäherungsversuche er schon ausweicht. Es mag dies seine Ursache in den unvergessenen Jahrhundertlangen Behandlung der Bauern durch die Beamten haben. Er ist so anhänglich an seinem Grund und Boden, dass er das verlassen der väterlichen Scholle und das Eintauschen städtischer Bürgerlichkeit für eine Quelle des Unsegens hält…

Ferner befindet sich in Illenschwang durchweg ein große Sparsamkeit, die dem ganzen Ort Charakter von Wohlstand verleiht, sodass die kleineren Gütler zu etwas kommen und im gengensatz zu früheren Zeiten ... unabhängig und schuldenfrei sind…

Unter der Bevölkerung befindet sich viel Gutmütigkeit und Gefälligkeit, die sich besonders bei Krankheit und Unglücksfällen äußert. Die Bevölkerung hält treu zu Gottes Haus und zu den Gottesdienstlichen feiern ...“

Quelle: (Pfarrbeschreibung 1914, Seite 190-195)